Ritter Camembert stand vor einer riesigen Pyramide. Die Sonne brannte, der Sand glühte, und sein Helm aus Schweizer Käse wurde ganz weich.
In seiner Ledertasche steckte ein alter Zettel: Tief im Stein wartet der goldene Käse. Wer das Geheimnis löst, darf kosten.
„Bei allen Käselaiben!“, piepste er. „Das ist ein Fall für mich.“
Drinnen war es kühl und dunkel. Klonk, klonk machten seine kleinen Stiefel.
Da hörte er ein Schniefen. Neben einem Stein saß eine winzige grüne Eidechse mit großen, nassen Augen.
„Ich heiße Layla“, schniefte sie. „Ich habe mich verlaufen. Ich will zu meiner Mama.“ Ritter Camembert verbeugte sich tief. „Dann suchen wir beides: deine Mama und den Käse!“
🖐️ Mitmachen: Klopf mit den Fäusten auf die Beine: klonk, klonk, klonk!
Der erste Gang führte nach links. Klick, klick, klick, machte es überall.
Hunderte kleine Käfer krabbelten über den Boden! Ritter Camembert quiekte und hüpfte auf einen Stein.
„Falscher Weg!“, rief Layla. Sie rannten zurück, so schnell ihre kurzen Beine konnten. Der Käsehelm wackelte hin und her.
Der zweite Gang führte nach rechts. Erst war alles still. Dann rieselte Sand von der Decke. Rrrrusch!
Ritter Camembert steckte bis zum Bauch im Sand. „Hilfe!“ Layla zog an seinem Umhang. Sie zog und zog – plopp! – da war er wieder frei.
„Bei allen Käselaiben!“, keuchte er. „Noch ein Gang. Nur noch einer.“
🖐️ Mitmachen: Was glaubst du: Was wartet hinter der dritten Tür?
Der dritte Gang endete vor einer Tür aus Stein. Darauf standen Bilder: ein Kreis, ein Mond und viele kleine Löcher.
„Ein Rätsel!“, flüsterte Layla. „Rund wie der Mond, gelb wie die Sonne, mit Löchern wie ein Sieb. Was bin ich?“
Ritter Camembert lachte. Das wusste er im Schlaf. „Emmentaler!“ Die Tür knarrte – und ging auf.
🖐️ Mitmachen: Rate mit: Rund, gelb, mit Löchern – was ist das?
In der Kammer lag ein Käselaib, so groß wie ein Wagenrad und golden wie die Sonne.
Ritter Camembert nahm seinen Helm ab, legte ihn ans Herz und schloss die Augen. Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf.
Dann biss er hinein. „Bei allen Käselaiben! Fünf Sterne!“ Er holte sein Großes Käsebuch heraus und malte den Laib hinein, mit fünf dicken Sternen.
Da raschelte es hinter dem Käse. Eine große grüne Eidechse kam hervor.
„Layla!“, rief sie. „Ich habe dich überall gesucht!“ Layla sprang ihrer Mama in die Arme.
„Das ist also das goldene Geheimnis“, sagte Ritter Camembert und schnitt drei Stücke ab. Eins für Layla. Eins für Mama. Eins für ihn.
Draußen ging die Sonne unter. Der Sand wurde rosa, dann lila.
Ritter Camembert winkte den beiden Eidechsen zum Abschied. In seiner Ledertasche klimperte ein kleines Stück Pharaonenkäse. Für morgen.
„Bei allen Käselaiben“, murmelte er müde, „was für ein Tag.“ Und er stapfte heim, dem Mond entgegen.
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