Märchen zum Vorlesen

Die Sterntaler

Nach den Brüdern Grimm · ab 3+ Jahren · 2 Min. Lesezeit

Die Sterntaler

Es war einmal ein kleines Mädchen, das hatte niemanden mehr auf der Welt. Es besaß nur die Kleider an seinem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand. Aber es hatte ein Herz, das war warm wie ein kleiner Ofen.

So ging das Mädchen hinaus über die Felder. Da begegnete ihm ein alter Mann, der sagte leise: „Ich habe solchen Hunger.“ Das Mädchen schaute sein Brot an, teilte es mittendurch und gab ihm die größere Hälfte. „Lass es dir schmecken“, sagte es und lächelte.

Ein Stück weiter saß ein Kind am Weg und fror an den Ohren. „Nimm meine Mütze“, sagte das Mädchen und setzte sie ihm auf. Dann kam ein Kind ohne Jäckchen — da gab es seine Jacke her. Und dem nächsten Kind, das fror, schenkte es sein Röckchen.

Zuletzt kam das Mädchen in einen dunklen Wald, und noch ein Kind bat um sein Hemdchen. Da dachte es: „Es ist dunkel, niemand sieht mich, ich kann es wohl weggeben.“ Und nun stand es da und hatte gar nichts mehr — nur noch sein warmes Herz.

Die Sterntaler

Da geschah etwas Wunderbares: Die Sterne am Himmel fingen an zu fallen. Aber sie fielen nicht wie Regen — sie fielen wie lauter blanke, glitzernde Taler, sanft und leise ins Gras. Und das Mädchen hatte auf einmal ein Hemdchen an, feiner als jedes zuvor.

Das Mädchen sammelte die Sterntaler ein und hatte von diesem Tag an genug für sein ganzes Leben. Und wenn du heute Nacht die Sterne funkeln siehst, dann denk daran: Vielleicht übt gerade einer, ein Taler zu werden.

Und jetzt… Zeit zum Schlafen

Wer teilt, wird reich — auf die schönste Art. Gute Nacht, kleiner Stern.

Von talino fürs Zubettgehen nacherzählt — sanft, gekürzt, zum Vorlesen gemacht.

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