
In einem grünen Tal standen hohe Dattelpalmen. Ein Bach glitzerte in der Sonne. Ein Schwarm Tauben flog über das Tal und suchte Futter. Vorne flog die Halsbandtaube. Sie hatte einen dunklen Ring um den Hals. Sie war klug, und alle hörten auf sie. Auf einem Baum saß eine Krähe. Sie legte den Kopf schief. „Wohin fliegen die wohl?“, fragte sie sich.

Da sahen die Tauben Körner unter einem Baum. „Frühstück!“, gurrten sie und landeten. Pick, pick, pick. Plötzlich fiel etwas von oben. Ein Netz! Ein Jäger hatte es dort versteckt. Die Tauben flatterten wild. Jede zog in eine andere Richtung. Eine zog nach links, eine nach rechts, eine nach hinten. Doch das Netz hielt sie alle fest.

Da rief die Halsbandtaube: „Gemeinsam!“ Dann sagte sie: „Wenn wir alle zugleich fliegen, heben wir das Netz.“ „Eins, zwei, drei!“ Alle schlugen zur selben Zeit mit den Flügeln. Flapp, flapp, flapp! Das Netz hob sich in den Himmel. Der Jäger rannte hinterher. Bald blieb er stehen und schnaufte. Dann ging er mit leeren Händen nach Hause. Die Krähe aber flog neugierig hinterher.
Mitmachen: Zählt zusammen: Eins, zwei, drei – und ruft laut: Gemeinsam!

Die Halsbandtaube führte die anderen zu einem Hügel. Dort wohnte ihr Freund, die Maus Zirak. Sein Bau hatte hundert Türen. Zirak steckte den Kopf aus Tür Nummer siebenundvierzig. Sofort knabberte er am Knoten der Halsbandtaube. „Nein“, sagte die Taube. „Zuerst meine Freundinnen, dann ich.“ „Warum?“, fragte Zirak. „Damit keine zurückbleibt“, sagte die Halsbandtaube.

Knabber, knabber, knabber. Ein Knoten nach dem anderen ging auf. Zuletzt war auch die Halsbandtaube frei. Die Tauben gurrten fröhlich. Da landete die Krähe vor Ziraks Tür. „Willst du mein Freund sein?“ Zirak sprang schnell in sein Loch zurück. „Krähen fressen Mäuse!“ „Ich verspreche es dir“, sagte die Krähe. „Ich tue dir nichts.“ Ganz langsam kam Zirak wieder heraus. Von da an waren sie Freunde.
Mitmachen: Knabbert mit Zirak: Knabber, knabber, knabber!

Die Krähe trug Zirak zu einem stillen Teich. Dort wohnte ihre Freundin, die Schildkröte. Die drei saßen am Ufer und erzählten. Plötzlich kam eine Gazelle angerannt. Ihr Herz klopfte wild. „Ein Jäger ist hinter mir!“, keuchte sie. „Hier bist du sicher“, sagte die Schildkröte. „Trink etwas Wasser.“ Die Gazelle blieb. Nun waren sie vier Freunde am Teich.

Eines Abends kam die Gazelle nicht zurück. Die Freunde warteten und warteten. „Ich sehe nach“, sagte die Krähe und flog los. Bald fand sie die Gazelle. Sie lag in einem Netz und konnte nicht weg. Die Krähe holte Zirak. „Gemeinsam!“, rief sie. Zirak knabberte schnell. Knabber, knabber! Das Netz riss auf, und die Gazelle sprang heraus.

Aber die Schildkröte war auch losgegangen. Sie wollte helfen. Doch sie war langsam, sehr langsam. Tapp … tapp … tapp. Als sie endlich ankam, kam auch der Jäger zurück. Er sah sein leeres Netz. Dann sah er die Schildkröte. Er hob sie hoch und steckte sie in seinen Sack. Die Schildkröte zog den Kopf ein. Die Freunde sahen aus dem Gras zu.
Mitmachen: Was meinst du: Wie können die Freunde die Schildkröte retten?

„Gemeinsam!“, flüsterte die Gazelle. Die Freunde machten einen Plan. Die Gazelle humpelte vor dem Jäger her, als wäre sie müde. Die Krähe setzte sich auf sie, als wollte sie picken. Der Jäger stellte den Sack ab und lief zur Gazelle. Schnell knabberte Zirak ein Loch in den Sack. Die Schildkröte rutschte heraus. Platsch! Sie war im Teich. Und die Gazelle? Hopp, weg war sie. Der Jäger kratzte sich am Kopf und ging nach Hause.

Die Nacht kam ins Tal. Die Sterne funkelten über dem Wasser. Unter einem Baum am Teich ruhten die Freunde. Die Halsbandtaube saß auf einem Ast, die Krähe neben ihr. Zirak kuschelte sich an die Schildkröte. Die Gazelle lag weich im Gras. „Gemeinsam!“, flüsterte die Halsbandtaube. Alle lächelten. Dann schliefen sie ein, einer nach dem anderen.

